8. Mai

Am 8. Mai enden zumindest zwei Kriege und eine Belagerung. Am 8. Mai 1360 schließen England und Frankreich den Frieden von Brétigny. Damit endet die erste Phase des 100jährigen Krieges zwischen den beiden Ländern. Der 100jährige Krieg ist aber noch nicht zuende…… Ab Oktober 1428 belagern die Engländer die Stadt Orléans. Der Ring um die Stadt ist nicht ganz geschlossen, aber die Lage ist nicht gut. Doch dann kommt Jeanne d’Arc. Am 7. Mai 1429 (ja, der 7. Mai war gestern) erobern die Franzosen die Festung Les Tourelles, am 8. Mai 1429 stehen sich die französische und die englische Armee eine Stunde lang kampfbereit gegenüber. Es kommt jedoch nicht zum Kampf (möglicherweise weil der 8. Mai ein Sonntag ist und man an Sonntagen nicht kämpft), schließlich tritt die englische Armee den Rückzug an und die Belagerung von Orléans ist beendet. Und schließlich Europa: am 7. Mai 1945 unterzeichnet Generaloberst Jodl in Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht, sie tritt am 8. Mai 1945 um 23 Uhr in Kraft. Damit ist der 2. Weltkrieg in Europa beendet. Wie der Bundespräsident Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985 richtigerweise sagt: der 8. Mai ist ein Tag der Befreiung!

Mit dem Thema Krieg hat auch Henry Dunant zu tun. Er kommt am 8. Mai 1828 in Genf zur Welt. Er wird ein Geschäftsmann und Humanist. Während einer Geschäftsreise sieht er in der Nähe von Solferino in Italien den schlimmen Zustand von Kriegsverwundeten aus den Kämpfen zwischen Österreich auf der einen Seite und Frankreich und Sardinien-Piemont auf der anderen Seite. 1862 schreibt er darüber ein Buch „Eine Erinnerung an Solferino“, das er auf eigene Kosten veröffentlicht und kostenlos verteilt. Das Buch kann man hier als Ebook oder Hörbuch kostenlos finden. Es bleibt aber nicht bei dem Buch. Vielmehr gründet er ein Jahr später in Genf das „Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege“ – daraus wird 1876 das „Internationale Komité vom Roten Kreuz“. Auch die Genfer Konvention von 1864 geht wesentlich auf das Buch von Dunant zurück. Für seine Arbeit erhält er im Jahr 1901 verdient den Friedensnobelpreis. Ich habe seine Geschichte vor vielen Jahren in dem Buch von Eveline Hasler „Der Zeitreisende“ gelesen.

Am 8. Mai 1629 wird in Lübeck eine sogenannte Sklavenkasse eingerichtet. Diese dient in die Sklaverei verschleppte Seeleute freizukaufen. Im Jahr 1861 wird diese Kasse aufgelöst.

Am 8. Mai 1886 schlägt die Geburtsstunde von Coca Cola – der Apotheker John Stith Pemberton verkauft an diesem Tag eine mit Sodawasser gemischte Medizin aus Kokablättern und Kolanüssen, die gegen Kopfschmerzen, Müdigkeit und Depressionen helfen soll. Was daraus wird, ist bekannt. Oder?

Zu diesem Thema passt auch, dass am 8. Mai 1904 in Berlin das weltweit erste Zucker-Museum eröffnet wird. Heute ist die entsprechende Ausstellung im Technikmuseum in Berlin zu finden.

Damit wünsche ich Euch einen zuckersüßen Abend mit guten Getränken.

7. Mai

Am 7. Mai 1241 unterzeichnet König Wenzel die Oberlausitzer Grenzurkunde. In dieser Urkunde werden viele Orte in der Lausitz zum ersten Mal schriftlich erwähnt.

Am 7. Mai 1259 verleiht der Erzbischof von Köln – Konrad von Hochstaden – der Stadt Köln das Stapelrecht. Die Stadt Köln kann nun von allen durchziehenden Kaufleuten verlangen, dass diese ihre Waren den Kölnern jeweils drei Tage lang anbieten. Im Mittelalter ist das ein wichtiges Recht. Es wird bis 1831 bestehen bleiben.

Eine herausfordernde Aufgabe muß Johann Sebastian Bach am 7. Mai 1747 in Potsdam lösen. Eigentlich will er seinen Sohn Carl Philipp Emanuel besuchen. Aber König Friedrich II. läßt ihn zu sich rufen und stellt ihm eine musikalische Aufgabe, er soll aus einem vorgespielten Thema ad hoc eine dreistimmige Fuge entwickeln. Das Thema ist komplex, aber Bach löst diese Aufgabe mit Bravour. Friedrich II. verlangt daraufhin eine sechsstimmige Fuge – das klappt nicht ganz so gut, aber zwei Wochen später schickt Bach dem König die Komposition mit dem Titel „Musikalisches Opfer“.

Am 7. Mai 1848 erscheint das politisch-satirische Blatt „Kladderadatsch“ zum ersten Mal in Bonn. Die erste Auflage umfaßt 4000 Exemplare und ist schon am ersten Tag ausverkauft. Hier kann man sich die Ausgabe vom 7. Mai online anschauen (die anderen natürlich auch).

In Herford wird am 7. Mai das Marta genannte Museum für zeitgenössische Kunst, Architektur und Design eröffnet. Tatsächlich war ich in den letzten Jahren ein paar Mal in diesem Museum und habe dort Ausstellungen besucht (unter anderem zu Kunst und KI).

Und noch zwei interessante Geburtstage: David Hume, der Philosoph, Ökonom und Historiker kommt am 7. Mai 1711 in Edinburgh zur Welt. Am 7. Mai 1748 kommt Olympe de Gouges in Montauban zur Welt – sie wird eine Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Revolutionärin. Im Jahr 1791 verfaßt sie sogar eine Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin – eine Reaktion auf die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte im Jahr 1789, die nur für Männer Rechte mit sich bringt.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit revolutionär guten Gedanken und Ideen.

6. Mai

Am 6. Mai 1856 kommt Siegmund Freud in Mähren zur Welt. Er wird ein bekannter Arzt und Tiefenpsychologe, vor allem wird er der Begründer der Psychoanalyse. Sein Buch über die Traumdeutung habe ich mir sogar während der Schulzeit gewünscht (und auch bekommen). Ich fand und finde das Thema spannend – unabhängig von der Frage, ob man die Ansätze von Freud richtig findet oder nicht. Tatsächlich habe ich damals ein „Traumtagebuch“ geführt – und immer wenn ich aufgewacht bin sofort das, was ich von meinen Träumen noch wußte, aufgeschrieben. Eine sehr spannende Übung.

Interessanterweise führt „eine gerade Linie von Goethe zu Freud“ – so eine Überschrift, die ich gerade gelesen habe und sie passt zum nächsten Aspekt. Am 6. und 7. Mai 1876 werden nämlich in Weimar zum ersten Mal Faust I und Faust II als Gesamtaufführung aufgeführt.

Ganz andere Ereignisse finden in Paris statt. Dort beginnt nämlich am 6. Mai 1889 die Weltausstellung. Anlaß ist das 100jährige Jubiläum der französischen Revolution – dies löst in den anderen Ländern eher wenig Begeisterung aus. Der Eiffelturm ist das Eingangstor zur Ausstellung, allerdings soll er zunächst nur 20 Jahre bestehen bleiben. Aber was wäre Paris heute ohne den Eiffelturm?

Ganz anders in Dresden: dort findet ab dem 6. Mai 1911 die Internationale Hygiene-Ausstellung statt (von der ich bis eben noch nichts gehört hatte….). 5,2  Millionen Menschen besuchen diese Ausstellung – die wohl bisher größte Ausstellung in Dresden. Parallel organisiert Helene Stöcker dort den ersten internationalen Kongress für Mutterschutz und Sexualreform.

Das passt wiederum gut zum 6. Mai 1754. An diesem Tag promoviert nämlich Dorothea Erxleben an der Universität in Halle – sie ist die erste Frau, die ein medizinisches Examen ablegt.

Bleibt nur noch ein Blick in die Literatur: am 6. Mai 1868 kommt Gaston Leroux in Paris zur Welt. Er wird das „Phantom der Oper“ erschaffen. Am 6. Mai 1871 kommt Christian Morgenstern in München zur Welt – ihm vedanken wir vor allem komische Lyrik.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Freude und mit heiterem Lachen.

5. Mai

Am 5. Mai 1864 kommt Elizabeth Jane Cochran in Pennsylvania zur Welt. Sie wird unter dem Namen „Nellie Bly“ eine Journalistin – sogar eine Pionierin des investigativen Journalismus – und eine Weltreisende. Mir ist sie zuerst in einem Buch begegnet, dass sich mit einem Wettstreit rund um das Thema „In 80 Tagen um die Welt“ mit ihr und ihrer Kollegin Elizabeth Bisland beschäftigt. Ein sehr interessantes Buch. Aber als sie ihre Reise um die Welt antritt, ist sie schon eine bekannte Journalistin. So hat sie – under cover – eine Zeitlang in einer Anstalt für nervenkranke Frauen gelebt, um über die dortigen Zustände berichten zu können. Aus dem Bericht ist ebenfalls ein Buch entstanden.

Am 5. Mai 1818 kommt Karl Marx in Trier zur Welt. Er wird unter anderem ein politischer Journalist und ein Kritiker des Kapitalismus. Er gehört sicherlich zu den Menschen, deren Namen in Deutschland (fast) jede*r kennt……  2018 habe ich in Trier die Ausstellungen zu seinem 200. Geburtstag besucht (damals als sehr kleines Twitter-Treffen).

Am 5. Mai 1494 erreicht und entdeckt Kolumbus Jamaika. Natürlich will er gar nicht nach Jamaika, sondern nach Indien. Und eigentlich will er nur Gold und Gewürze. Für Jamaika wäre es wohl auch besser gewesen, wenn Kolumbus die Insel nicht entdeckt hätte. Beim Schreiben habe ich mich gerade gefragt, ob beziehungsweise was Karl Marx wohl über diese „Entdeckung“ und das Thema „Kolonialismus“ gedacht hat?

Am 5. Mai 1809 bekommt Mary Kiesel als erste Frau ein Patent und zwar für eine äußerst praktische Erfindung: sie läßt sich nämlich ein Verfahren zur Herstellung von Strohhüten patentieren, bei dem das Stroh mit Seide oder Baumwolle verwoben wird.

Am 5. Mai 1949 gründen 10 europäische Staaten den „Europarat„. Heute gehörten dem Europarat 46 Staaten an. Ziel des Europarats ist die Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit in Europa (und auch darüber hinaus).

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit positiven Entdeckungen und Erkenntnissen.

4. Mai

Am 4. Mai 1521 wird Martin Luther in der Nähe der (damals noch mittelalterlichen) Burganlage Altenstein zu seinem Schutz in Haft genommen und auf die Wartburg in Eisenach gebracht. Die Wartburg habe ich tatsächlich vor einigen Jahren Ende April besucht.

Am 4. Mai 1626 trifft Peter Minuit mit einem Schiff auf der Insel Manhattan ein. Angeblich kauft er die Insel für 60 Gulden. Dort entsteht Nieuw Amsterdam.

Am 4. Mai 1814 trifft Napoleon übrigens auf Elba ein…….

Am 4. Mai 1904 treffen sich Charles Rolls und Henry Royce in einem Hotel in Manchester. Sie wollen einen gemeinsamen Autovertrieb aufbauen. Es entsteht: Rolls-Royce.

Am 4. Mai 1976 erscheint in Spanien zum ersten Mal die Tageszeitung „El Pais“. Ebenfalls an einem 4. Mai – allerdings schon im Jahr 1555 – erscheinen die Prophezeiungen des Nostradamus. Erstaunlich wenn man überlegt, dass dieses Werk schon über 400 Jahre alt ist und trotzdem immer wieder „auftaucht“.

Was Nostradamus bestimmt nicht voraussagt – dass Sherlock Holmes am 4. Mai 1891 literarisch stirbt und zwar in einem Roman von Arthur Conan Doyle. Eher berichtenswert ist wohl, dass Ernest Hemingway am 4. Mai 1953 den Pulitzer-Preis für Belletristik für seine Novelle „Der alte Mann und das Meer“ bekommt.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Gedanken und guten Büchern!

3. Mai

Am 3. Mai 1791 beschließt das Parlament von Polen-Litauen (ja, die gehören damals zusammen) eine Verfassung. Es soll wohl die erste Verfassung in Europa sein, die von einem Parlament verabschiedet wird. Wichtige Gedanken aus der französischen Revolution aber auch aus Reformdiskussionen in Polen-Litauen kommen in dieser Verfassung zum Tragen. Allerdings sind nicht alle Menschen im Parlament vertreten, die Bauern bleiben zum Beispiel Leibeigene. Trotzdem ist die Verfassung ein wichtiger Schritt.

Am 3. Mai 1909 wird der Führerschein in Deutschland verbindlich eingeführt – mit dem Reichsgesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.

Am 3. Mai 1960 tritt das Europäische Freihandelsabkommen (EFTA) in Kraft. Dadurch wird der freie Handel zwischen den Ländern gefördert, die nicht der EU angehören. Mittlerweile sind nur noch Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz EFTA-Mitglieder, die anderen Staaten sind zwischenzeitlich Mitgliedsstaaten der Europäischen Union geworden.

Am 3. Mai 1469 kommt Niccolò Machiavelli in Florenz zur Welt. Er wird ein berühmter Philosoph, Diplomat und Schriftsteller. Vor allem sein Buch „Il Principe“ (Der Fürst) ist natürlich weltbekannt. Tatsächlich ist mir Machiavelli aber eher in anderen Werken und Ausstellungen über seine Zeit „begegnet“, als in seinem Werk. Und ja, da gibt es einige gute Bücher! Das Buch von Ross King habe ich zum Beispiel in guter Erinnerung.

Besonders wichtig ist der 3. Mai auch noch in einem anderen Zusammenhang – nämlich als Welttag der Pressefreiheit. Gerade aktuell ist das ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt.

Ob die Presse im Jahr 1810 über das berichtet, was Lord Byron in Griechenland am 3. Mai macht? Wenn Ihr jetzt an „Prominews“ denkt, dann liegt Ihr nicht ganz falsch. Denn: Lord Byron schwimmt durch den Hellespont. So berichtet er es jedenfalls in einem Brief.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Nachrichten.

2. Mai

Am 2. Mai 1896 wird die U-Bahn-Linie M1 in Budapest eröffnet – es ist die erste kontinentaleuropäische U-Bahn. Gebaut wird sie für die Budapester Milleniumsausstellung im Jahr 1896, die die sogenannte „magyarische Landnahme“ im Jahr 896 feiern soll. Im Jahr 2002 wird sie (zusammen mit anderen Teilen der Stadt Budapest) Unesco-Weltkulturerbe.

Am 2. Mai 1598 beenden Frankreich und Spanien mit dem Frieden von Vervins ihren seit 1590 geführten Krieg. Im Prinzip sind beide Länder – nach langen Jahren des Krieges – finanziell und militärisch erschöpft. Heinrich IV. kann seine Herrschaft in Frankreich durch diesen Frieden immerhin konsolidieren – unterstütz durch das im selben Jahr erlassene Edikt von Nantes.

Auch am 2. Mai 1668 schließen Frankreich und Spanien – mal wieder – einen Friedensvertrag. Diesmal in Aachen. Denn es geht um die „spanischen Niederlande“ und um „Burgund“.

Am 2. Mai 1989 beginnt Ungarn mit dem Abbau der Grenzanlagen zu Österreich – der „Eiserne Vorhang“ fällt.

Am 2. Mai 1772 kommt Georg Philipp Friedrich von Hardenberg zur Welt. Unter dem Namen „Novalis“ wird man ihn als Dichter kennen. Und passend zum Mai hat er auch (mindestens) ein Gedicht geschrieben, in dem der Mai auch vorkommt.

Damit wünsche ich Euch einen wunderbaren Maiabend.

1. Mai

Neuer Monat, neues Glück……

Der heutige Feiertag hat eine relativ lange Geschichte. Im 19. Jahrhundert ist der 1. Mai in einigen Ländern der sogenannte „moving day“. Das bedeutet, dass Arbeitsverhältnisse am 30. April enden und am 1. Mai neu für ein Jahr eingegangen werden. Am 1. Mai 1856 demonstrieren Arbeiter*innen in zahlreichen Städten Australiens für den 8-Stunden-Tag. Im Jahr 1884 fordern Gewerkschafter*innen in den USA zu einem mehrtägigen Generalstreik auf. Ziel sind faire Löhne und eine kürzere Arbeitszeit. Aber die Arbeitgeber sind wenig kompromißbereit und so kommt es am 1. Mai 1886 in Chicago zu einem weiteren Generalstreik. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen, jemand wirft sogar eine Bombe in die Menge. Der Bombenwerfer kann nicht identifiziert werden. Trotzdem gibt es Durchsuchungen von Gewerkschaftsbüros und Zeitungsredaktionen, Festnahmen und sogar mehrere politisch motivierte Todesurteile. Auf dem Internationalen Arbeiterkongress im Juli 1889 in Paris wird beschlossen, dass der 1. Mai 1890 ein Gedenktag – konkret ein „Kampftag der Arbeiterbewegung“ sein soll. Dementsprechend wird der 1. Mai 1890 in der ganzen Welt mit Massenstreiks und Massendemonstrationen begangen.

Am 1. Mai 1707 (allerdings nach dem julianischen Kalender) entsteht durch den Act of Union (im Prinzip ein „Vereinigungsgesetz“) das Königreich Großbritannien und zwar mit den Bestandteilen England und Schottland. Mit dieser Vereinigung kann der drohende Staatsbankrott Schottlands abgewehrt werden.

Am 1. Mai 1808 wird in Bayern die „Konstitution für das Königreich Bayern“ erlassen. Sie enthält Grundrechte, so zum Beispiel die Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz, gleiche Steuerpflicht, die Abschaffung der Leibeigenschaft, Religionsfreiheit und in einem gewissen Ausmaß auch Pressefreiheit.

Am 1. Mai 1979 erhält Grönland eine Teilautonomie von Dänemark – dazu gehört vor allem ein eigenes Parlament und eine Regierung. Und während Grönland nach einem Referendum im Jahr 1982 aus der Europäischen Union (beziehungsweise damals noch der EG) ausgetreten ist, ist der 1. Mai 2004 das Datum der bisher größten Erweiterung der EU: an diesem Tag treten 10 Staaten  der EU bei.

Am 1. Mai 1775 wird die Porzellanmanufaktur Royal Copenhagen unter der Schirmherrschaft der Königin Juliane Marie gegründet. Sie besteht auch darauf, dass jedes einzelne Stück mit einem Fabrikstempel verstehen werden – drei handgemalten Wellen, die Dänemarks Wasserstraßen darstellen.

Am 1. Mai 1920 kommt Ralf Dahrendorf in Hamburg zur Welt. Er studiert Philosophie und klassische Philologie und wird anschließend Soziologe, Publizist und (das wir mir nicht bewußt) auch Politiker. Mir ist er vor allem als Autor des Buchs „Homo Sociologicus“ begegnet.

Damit wünsche wünsche ich Euch einen fröhlichen und friedlichen Abend.

 

 

 

30. April

Vier Monate geschafft. Das ist gar nicht so schlecht. Mal sehen, wie weit ich komme!

Manche Menschen können gut verhandeln, manche nicht. Das erleben wir im Moment ja auch. Axel Oxenstierna, der schwedische Reichskanzler, kann es jedenfalls. Er ist mit dem Ergebnis eines Vertrages zwischen Frankreich und den protestantischen Ständen einschließlich Schweden nicht zufrieden. Also verhandelt er direkt mit Kardinal Richelieu und erreicht tatsächlich bessere Bedingungen, die am 30. April 1635 im Vertrag von Compiègne festgehalten werden. Und bei Richelieu muß ich natürlich an den Roman „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas denken.

Am 30. April 1789 wird George Washington in New York als erster Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Die heutige Hauptstadt – Washington D.C. – wird erst während der Präsidentschaft von George Washington beschlossen und gegründet (und auch nach ihm benannt). Mehr über sein Wirken kann man hier hören.

Am 30. April 1803 kaufen die Vereinigten Staaten von Frankreich den Staat „Louisiana“. Dadurch verdoppelt sich die damalige Fläche der Vereinigten Staaten und das Land weitet sich nach Westen aus.

In die andere Richtung geht es am 30. April 1838 für Nicaragua: das Land erklärt an diesem Tag seine Unabhängigkeit.

Am 30. April 1986 wird das Musical „Linie 1“ im Berliner Grips-Theater uraufgeführt. Ich werde es ein paar Jahre später – während meines Studiums – in Köln im Theater sehen und sehr mögen. Einige der Lieder aus dem Musical begleiten mich schon lange. Auch heute wird es noch gespielt – natürlich in einer aktualisierten Version. Hier kann man eine kurze Dokumentation zur aktuellen Version schauen, hier eine Dokumentation zu einem älteren Jubiläum. Und hier kann man eines der Stücke hören, die ich besonders gerne mag (und witzig finde) – „Du sitzt mir gegenüber“.

Alles noch aus einer Zeit ohne Internet. Denn erst am 30. April 1993 gibt das Direktorium des europäischen Kernforschungszentrums CERN das World Wide Web kostenlos für die Öffentlichkeit frei. Ich werde im Sommer 1996 während meiner Referendarsstage in Washington D.C. das erste Mal davon profitieren und mich damit beschäftigen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit spannenden Endeckungen offline und online.

 

29. April

Am 29. April 1429 kommt Jeanne d’Arc mit einem Proviantzug in der eingeschlossenen und belagerten Stadt Orléans an. Ein Erfolg – denn niemand hat ihr das so recht zugetraut. Zwar hat der Dauphin sie drei Wochen lang auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen lassen – aber das sagt ja noch nichts darüber aus, ob das, was sie sagt, auch eintreten wird. Das ist ab dem 29. April 1429 anders.

Auch Charles Darwin kommt an. Allerdings mit der Beagle in Südamerika – am 29. April 1834 kann er vom Schiff aus die Anden in Patagonien sehen. Ein Moment, der sich ihm einprägt.

Eine Reise und damit eine Ankunft ist auch für Marietta Blau von Bedeutung. Sie ist sogar lebenswichtig. Marietta Blau kommt am 29. April 1894 in Wien zur Welt und ist eine österreichische Physikerin. Sie arbeitet und forscht im Bereich der Röntgenphysik und der Radioaktivität. Als Jüdin muß sie Wien 1938 verlassen. Zunächst geht sie nach Oslo. Auf Empfehlung von Albert Einstein nimmt sie 1939 einen Ruf an die Technische Hochschule von Mexiko City an. Dorthin kann sie auch ihre Mutter mitnehmen und sie so vor dem Holocaust retten. Zweimal wird sie für den Nobelpreis der Physik vorgeschlagen, beide Male bekommt sie ihn nicht. Ihre Arbeit bietet jedoch für einen anderen Forscher die Grundlage für dessen Nobelpreis…..

Um Ankommen oder unterwegs sein geht es auch beim „Elektromote“, das Werner Siemens am 29. April 1882 vorstellt. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Art elektrisch betriebenen Oberleitungsbus – damals noch in Form einer Kutsche. Ziemlich visionär.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit gutem Ankommen und guten Aussichten.